Hallo, ich bin Lena...
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Hier erzähle
ich Euch meine Geschichte.
OK. Es war einmal....
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...meine Mama, und die war sehr überrascht als ich
mich das erste mal bemerkbar machte. Sie war am
Motorsensen mit Opa im Garten und hat plötzlich
schlapp gemacht- der Kreislauf. Opa musste
übernehmen (und der ist schon über 70 Jahre). In der
Nacht und am nächsten Tag war Mama übel. Naja, Papa
meint: Schwanger? Nee, nee!! Kann ja gar nicht
sein... Aber man kann doch mal ein Test machen, so
um sicher zu sein... Ach du meine Güte!? Na, wenn
der man stimmt der Test. War bestimmt nicht richtig
gemacht- meint Mama....Papa feiert schon mal...
Am
nächsten Tag also (von Oma und Opa gedrängelt) zum
Arzt. Ups... , was ist den das? Da klopft ja was an
in Mamas Bauch! Ein klitzekleines Herzchen schlägt
da. Ja, HALLO!_DAS BIN ICH!!!! Tja, und da hat Mama
auch schon mein erstes Foto in der Hand und war
sprachlos. "Wo kommst Du denn her?" fragt sie.
Das bin ich in der 6ten
SSW.
Mein erstes Foto.
Na,
das gab ein Hallo in der Familie. Die Oma wäre fast
in Ohmacht gefallen, hatte sie Enkelkinder doch
schon abgeschrieben. Opa freute sich wie er eben
ist, mit ein grinsen und einem "Na so was, zum
Enkel-Hund noch ein Enkel-Kind, dass wird eng am
Küchentisch...".Mein Papa (war ja eh noch am feiern)
sprang im Quadrat. Im laufe des Tages pipte ständig
Mamas dingsda, Handy. Glückwunsch, Prima, Super,
Hurra! Na, das nenn ich nett. Sprach sich wohl rum
wie ein Lauffeuer das ich auf dem Wege bin...
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Nun gab
es jede Menge Fotos von mir zu sehen. Mami musste ja
wegen der Risiko-Sache andauernd zum nach gucken.
Ich hab dann immer gewunken- ob Mami das wohl
gesehen hat? |
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So
wuchs ich also vor mich hin in Mamas Bauch und
pickste mal hier und mal dort in Mami herum. War ja
so viel Platz zum hüpfen und so. Morgens war ich
immer noch müde, aber ab Mittag legte ich voll los:
Turnstunde. In Mamas Magen blieb dann nix mehr
drin.
Arbeiten
brauchten wir nun auch nicht mehr- "Arbeitsverbot"
sagt Mama, wegen
Risiko-schwangerschaft (Nierenerkrankung,
Bluthochdruck) Mitten im Sommer mussten wir
dann aber plötzlich ins Krankenhaus (ICH war aber
nicht Schuld!) Mama hatte quitsche- gelbe Augen und
hörte garnicht mehr auf zu spucken. Verdacht auf
Gelbsucht! Zum Glück war es "nur"
ne`Lebensmittelvergiftung. |
13 SSW, wird
langsam enger
21 SSW- Na,
erkennt Ihr mich?
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Mama
lagert extrem viel Wasser ein. Uns gehts nicht so
besonders gut. Na, mir gehts besser als Mama, glaub
ich.
In der
24 SSW geht dann gar nichts mehr, alles eskalierte.
Wie sollte es auch anders sein, unser Gyn. war im
Urlaub, ebenso die Hebamme und unser Hausarzt ist
krank. Super. Mama geht zur Vertretung. Der fackelt
nicht lange und schickt uns ins Krankenhaus. Damit
begann der ganze Stress. Mein Schutzengel (und Mamas
auch) musste von nun an Überstunden machen und das
nicht zu knapp! |
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26.10.2001
Der
Blutdruck knallte hoch (trotz Medikamente), Mama lagerte
extrem viel Wasser ein und im Urin war viel zu viel Eiweiss.
Wir mussten sofort in die Klinik. Mama ht dann erst einmal
mächtig geheult, ich ahnte schon schlimmes. Papa kam sofort
von der Arbeit und in aller Eile (war ja noch nichts
vorbereitet für meine Geburt) warf Mama planlos Sachen in
die Tasche. Im Krankenhaus Oldenburg versuchten die Ärzte
alles wieder in den Griff zu kriegen. Vergeblich. Mama bekam
für mich Lungenreife Spritzen. In der Nacht vom 29.10/30.10
wurde wir per Notarztwagen in die Uniklinik Lübeck verlegt.
Na, das war erst ein stress! Dabei sollte doch Mamas
Blutdruck runter gehen. Jetzt zählte jede Stunde...Das
warten und hoffen begann für meine Eltern...Wir wurden
direkt in den Kreissaal gebracht.
Jede
Möglichkeit wurde ergriffen. Jede Menge Untersuchungen. Da
war Mama total fertig. Mama durfte sich nicht mal schnell
frisch machen. CT die halbe Nacht, Ultraschall ect, bis 5
Uhr in der Früh!. Eine schier endlose Zeit des Wartens
begann- wird es Stunden oder Tage oder gar Wochen dauern???
Mama ging es immer schlechter. Mir auch. Was soll geschehen?
Viele Entscheidungen mussten getroffen werden, jede Menge
Formulare Unterschrieben werden. Mama war komplett
überfordert und ihr ging es schlecht..Die Chancen standen
schlecht für mich...Ich war zu klein und die Versorgung
wurde immer schlechter, sagten die Ärzte. Ich wurde extrem
Überwacht, jede Stunde Blutdruck messen bei Mma, ewig CT,
Ultraschall, Blutuntersuchungen, Urin Proben...Mamas Kraft
war am Ende. Sie verfolgte am Bildschirm die Bewegung von
mir- ich sollte doch noch so lange in ihr wachsen!. Mama
realisierte gar nichts mehr.
04.11.2001
Am Sonntag den
04.11 entschlossen die Ärzte (nach einem Kreislaufkolaps von
Mama) es geht nicht mehr. Unser Leben stand auf dem Spiel!!!
Innerhalb von einer Stunde lagen wir im OP zum
Not-Kaiserschnitt. Es war schrecklich!!!!! Vollnarkose.
Mamas Herz raste, sie konnte nicht mehr atmen...und dachte
ihr Ende ist nah...endlich schlief Mama ein...
Mama erzählt
mir:"Als ich aus dem OP geschoben werde bin ich
schon wieder wach. Die Ärztin sagt mir das Baby
lebt!- und es atmet alleine!!! Es ist ein Mädchen!
Sie ist winzig klein- aber stabil!!! ",
dann sagt Mama
noch:" ES GIBT WUNDER, und Du bist so eins"
Lena (den Namen
hatten Mama und Papa noch nicht mal ausgesucht)
sollte ich heissen. |
04.11.2001, eine Stunde nach meiner
Geburt. Puh, jetzt erstmal ausruhen. So gemütlich
ist es hier ja nicht. |
Ich
kam in den Brutkasten und Mama auf die Intensiv-Station (für
2 Tage) Ich sollte meine Mama erst am 3 Tag meines Lebens
das erste mal sehen. Mein Papa und meine Grosseltern Seehase
sah ich unmittelbar nach der Geburt.
Mama
erzählt weiter:"Auch als ich Dich, mein Baby das erste mal
dort im Kasten sah- ich konnte es nicht fassen, das Du meins
bist und ich jetzt Mami bin...Es war alles so schwer. Bei
mir stellten sich überhaupt keine richtigen Muttergefühle
ein...ich war am verzweifeln!" Mami guckt ganz traurig. "
Der Kinderarzt gab mir Mut und erklärte mir das es eine Art
"Schutz" ist und das sich das Gefühl mit der Zeit einstellt"
sagt sie dann nach einer Weile. Oh, man. Ein schlimme Zeit.
Ab
dem 4 Tag machte Mami sich 2x täglich auf den mühseligen Weg
(sie konnte kaum laufen und schleppte Tropfe, Urinbeutel,
Wundbeutel und ein Tragbaren Perfuser mit sich herum) zu
mir, die sie nur mit dem Finger streicheln durfte. So gerne
hätte sie ihr "Herzchen", wie sie zu mir sagt, mal auf den
Arm genommen und geknuddelt und an sich gedrückt...Aber der
Brutkasten durfte in den ersten Tagen nur kurz geöffnet
werden, ich war ja so winzig! Ich sehnte mich nach dem Tage
an dem mich meine Mami endlich in den Arm nehmen durfte!
Mami sagt:"Du lagst da so klein und zerbrechlig. Die Haut
war noch Pergament-artig und rot. Die Arme und Beine sooo
winzig...Deine Hand, mit allen Fingerchen so gross wie mein
Daumennagel." Mami zeigt mir Ihren Daumen. "Überall am
Körper hattest Du feine Haare."
Mami
zeigt nun mit den Händen eine Länge: "Du warst das kleinste
Baby dort, aber auch vom ersten Tag an das zappeligste.
Ständig waren Deine kleinen Beinchen und Ärmchen am rudern
in der Luft. Nur 25 cm." Mami seufst "Aber" sagt sie voller
Stolz "Du, mein Herzchen wolltest vom ersten Atemzuge an
Leben! Mit der Zuneigung zu Dir, diesem kleinen Baby, einem
klitzekleinen Menschlein, wuchs auch die Angst Dich wieder
zu verlieren. "
Wir haben das
erste Jahr, finde ich super gemeistert Mami. Du und ich.
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