Hallo, ich bin Lena...
 

Lenas Tagebuch

hier erfahrt Ihr die News vom Baby Lena und ihrer Familie

Lena an ihren 1ten Geburtstag

 Lena im Krankenhaus

Lena war 104 Tage im Krankenhaus

Hier erzähle ich Euch meine Geschichte. OK. Es war einmal....

 

...meine Mama, und die war sehr überrascht als ich mich das erste mal bemerkbar machte. Sie war am Motorsensen mit Opa im Garten und hat plötzlich schlapp gemacht- der Kreislauf. Opa musste übernehmen (und der ist schon über 70 Jahre). In der Nacht und am nächsten Tag war Mama übel. Naja, Papa meint: Schwanger? Nee, nee!! Kann ja gar nicht sein... Aber man kann doch mal ein Test machen, so um sicher zu sein... Ach du meine Güte!? Na, wenn der man stimmt der Test. War bestimmt nicht richtig gemacht- meint Mama....Papa feiert schon mal...

 Am nächsten Tag also (von Oma und Opa gedrängelt) zum Arzt. Ups... , was ist den das? Da klopft ja was an in Mamas Bauch! Ein klitzekleines Herzchen schlägt da. Ja, HALLO!_DAS BIN ICH!!!! Tja, und da hat Mama auch schon mein erstes Foto in der Hand und war sprachlos. "Wo kommst Du denn her?" fragt sie. 


Das bin ich in der 6ten SSW.
Mein erstes Foto.

Na, das gab ein Hallo in der Familie. Die Oma wäre fast in Ohmacht gefallen, hatte sie Enkelkinder doch schon abgeschrieben. Opa freute sich wie er eben ist, mit ein grinsen und einem "Na so was, zum Enkel-Hund noch ein Enkel-Kind, dass wird eng am Küchentisch...".Mein Papa (war ja eh noch am feiern) sprang im Quadrat. Im laufe des Tages pipte ständig Mamas dingsda, Handy. Glückwunsch, Prima, Super, Hurra! Na, das nenn ich nett. Sprach sich wohl rum wie ein Lauffeuer das ich auf dem Wege bin...

 

Nun gab es jede Menge Fotos von mir zu sehen. Mami musste ja wegen der Risiko-Sache andauernd zum nach gucken. Ich hab dann immer gewunken- ob Mami das wohl gesehen hat?

So wuchs ich also  vor mich hin in Mamas Bauch und pickste mal hier und mal dort in Mami herum. War ja so viel Platz zum hüpfen und so. Morgens war ich immer noch müde, aber ab Mittag legte ich voll los: Turnstunde. In Mamas Magen blieb dann nix mehr drin. 

Arbeiten brauchten wir nun auch nicht mehr- "Arbeitsverbot" sagt Mama, wegen Risiko-schwangerschaft (Nierenerkrankung, Bluthochdruck) Mitten im Sommer mussten wir dann aber plötzlich ins Krankenhaus (ICH war aber nicht Schuld!) Mama hatte quitsche- gelbe Augen und hörte garnicht mehr auf zu spucken. Verdacht auf Gelbsucht! Zum Glück war es "nur" ne`Lebensmittelvergiftung.


13 SSW, wird langsam enger


21 SSW- Na, erkennt Ihr mich?
 

Mama lagert extrem viel Wasser ein. Uns gehts nicht so besonders gut. Na, mir gehts besser als Mama, glaub ich. 

In der 24 SSW geht dann gar nichts mehr, alles eskalierte. Wie sollte es auch anders sein, unser Gyn. war im Urlaub, ebenso die Hebamme und unser Hausarzt ist krank. Super. Mama geht zur Vertretung. Der fackelt nicht lange und schickt uns ins Krankenhaus. Damit begann der ganze Stress. Mein Schutzengel (und Mamas auch) musste von nun an Überstunden machen und das nicht zu knapp!

26.10.2001

Der Blutdruck knallte hoch (trotz Medikamente), Mama lagerte extrem viel Wasser ein und im Urin war viel zu viel Eiweiss. Wir mussten sofort in die Klinik. Mama ht dann erst einmal mächtig geheult, ich ahnte schon schlimmes. Papa kam sofort von der Arbeit und in aller Eile (war ja noch nichts vorbereitet für meine Geburt) warf Mama planlos Sachen in die Tasche. Im Krankenhaus Oldenburg versuchten die Ärzte alles wieder in den Griff zu kriegen. Vergeblich. Mama bekam für mich Lungenreife Spritzen. In der Nacht vom 29.10/30.10 wurde wir per Notarztwagen in die Uniklinik Lübeck verlegt. Na, das war erst ein stress! Dabei sollte doch Mamas Blutdruck runter gehen. Jetzt zählte jede Stunde...Das warten und hoffen begann für meine Eltern...Wir wurden direkt in den Kreissaal gebracht. 

Jede Möglichkeit wurde ergriffen. Jede Menge Untersuchungen. Da war Mama total fertig. Mama durfte sich nicht mal schnell frisch machen. CT die halbe Nacht, Ultraschall ect, bis 5 Uhr in der Früh!. Eine schier endlose Zeit des Wartens begann- wird es Stunden oder Tage oder gar Wochen dauern??? Mama ging es immer schlechter. Mir auch. Was soll geschehen? Viele Entscheidungen mussten getroffen werden, jede Menge Formulare Unterschrieben werden. Mama war komplett überfordert und ihr ging es schlecht..Die Chancen standen schlecht für mich...Ich  war zu klein und die Versorgung wurde immer schlechter, sagten die Ärzte. Ich wurde extrem Überwacht, jede Stunde Blutdruck messen bei Mma, ewig CT, Ultraschall, Blutuntersuchungen, Urin Proben...Mamas Kraft war am Ende. Sie verfolgte am Bildschirm die Bewegung von mir- ich sollte doch noch so lange in ihr wachsen!. Mama realisierte gar nichts mehr.

04.11.2001

 Am Sonntag den 04.11 entschlossen die Ärzte (nach einem Kreislaufkolaps von Mama) es geht nicht mehr. Unser Leben stand auf dem Spiel!!! Innerhalb von einer Stunde lagen wir im OP zum Not-Kaiserschnitt. Es war schrecklich!!!!! Vollnarkose. Mamas Herz raste, sie konnte nicht mehr atmen...und dachte ihr Ende ist nah...endlich schlief Mama ein...
 

Mama erzählt mir:"Als ich aus dem OP geschoben werde bin ich schon wieder wach. Die Ärztin sagt mir das Baby lebt!- und es atmet alleine!!! Es ist ein Mädchen! Sie ist winzig klein- aber stabil!!! ",
dann sagt Mama noch:" ES GIBT WUNDER, und Du bist so eins" 
Lena (den Namen hatten Mama und Papa noch nicht mal ausgesucht) sollte ich heissen.

04.11.2001, eine Stunde nach meiner Geburt. Puh, jetzt erstmal ausruhen. So gemütlich ist es hier ja nicht.
 

Ich kam in den Brutkasten und Mama auf die Intensiv-Station (für 2 Tage) Ich sollte meine Mama  erst am 3 Tag meines Lebens das erste mal sehen. Mein Papa und meine Grosseltern Seehase sah ich unmittelbar nach der Geburt. 

Mama erzählt weiter:"Auch als ich Dich, mein Baby das erste mal dort im Kasten sah- ich konnte es nicht fassen, das Du meins bist und ich jetzt Mami bin...Es war alles so schwer. Bei mir stellten sich überhaupt keine richtigen Muttergefühle ein...ich war am verzweifeln!" Mami guckt ganz traurig. " Der Kinderarzt gab mir Mut und erklärte mir das es eine Art "Schutz" ist und das sich das Gefühl mit der Zeit einstellt" sagt sie dann nach einer Weile. Oh, man. Ein schlimme Zeit. 

Ab dem 4 Tag machte Mami sich 2x täglich auf den mühseligen Weg (sie konnte kaum laufen und schleppte Tropfe, Urinbeutel, Wundbeutel und ein Tragbaren Perfuser mit sich herum) zu mir, die sie nur mit dem Finger streicheln durfte. So gerne hätte sie ihr "Herzchen", wie sie zu mir sagt, mal auf den Arm genommen und geknuddelt und an sich gedrückt...Aber der Brutkasten durfte in den ersten Tagen nur kurz geöffnet werden, ich war ja so winzig! Ich sehnte mich nach dem Tage an dem mich meine Mami endlich in den Arm nehmen durfte! Mami sagt:"Du lagst da so klein und zerbrechlig. Die Haut war noch Pergament-artig und rot. Die Arme und Beine sooo winzig...Deine Hand, mit allen Fingerchen so gross wie mein Daumennagel." Mami zeigt mir Ihren Daumen. "Überall am Körper hattest Du feine Haare." 

Mami zeigt nun mit den Händen eine Länge: "Du warst das kleinste Baby dort, aber auch vom ersten Tag an das zappeligste. Ständig waren Deine kleinen Beinchen und Ärmchen am rudern in der Luft. Nur 25 cm." Mami seufst "Aber" sagt sie voller Stolz "Du, mein Herzchen wolltest vom ersten Atemzuge an Leben!  Mit der Zuneigung zu Dir, diesem kleinen Baby, einem klitzekleinen Menschlein, wuchs auch die Angst Dich wieder zu verlieren. "

Wir haben das erste Jahr, finde ich super gemeistert Mami. Du und ich.

 

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